Betriebsrat

    Betriebsvereinbarungen - Exemplarisches Beispiel zur Nutzung …

    Betriebsvereinbarungen - Exemplarisches Beispiel zur Nutzung des § 80 Abs. 2 Satz 3 BetrVG

    In der Fa. XY existiert ein Arbeitszeitmodell mit "1000 und einer" (willkürlich gelebten) Ausprägung, mit dem die Beschäftigten äußerst unzufrieden sind.

    Auch die Geschäftsleitung ist an einer einheitlichen Arbeitszeitregelung interessiert. Es soll über ein neues Arbeitszeitmodell verhandelt werden.

    1. Schritt - Die Information der Beschäftigten

    Z.B. in Abteilungsversammlungen informiert der Betriebsrat die Beschäftigten darüber, dass er ein neues Arbeitszeitmodell verhandeln will. (Ggf. auch inhaltliche Information und Stellungnahme zu einem von der Geschaftsleitung vorlegten Entwurfes.)

    Der Betriebsrat macht deutlich, dass er die Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten berücksichtigen wird und deshalb die einzelnen Abteilungen an der Erarbeitung eines Betriebsvereinbarungsentwurfs beteiligen will.

    Über eine breite Beteiligung soll erreicht werden, dass für alle ein positives Ergebnis erzielt wird.

    Klar ist: Eine gemeinsame Lösung kann nur im Rahmen der derzeit gültigen Arbeitszeitbestimmungen und Tarifverträge gefunden werden.

    2. Schritt - Das Angebot an die Beschäftigten, sich zu beteiligen

    In jeder Abteilung soll ein/e KollegIn bestimmt werden. Aufgabe: die Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten zusammentragen, an dem Entwurf für eine Betriebsvereinbarung mitarbeiten und die jeweiligen Schritte mit den Beschäftigten der Abteilung diskutieren und beraten.

    Gibt es bereits eine/n gewählte/n Vertrauensmann/frau, sollte in der Abteilungsversammlung vereinbart werden, dass diese/r die Aufgabe übernimmt.

    3. Schritt - Beschlussfassung im Betriebsrat und Vereinbarung mit dem Arbeitgeber

    Sind die VertreterInnen der einzelnen Bereiche benannt, erfolgt in einer Betriebsratssitzung die Beschlussfassung über die Auskunftspersonen.

    Nach § 80 Abs. 2, Satz 3 BetrVG beantragt der Betriebsrat die Hinzuziehung der KollegInnen

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    als sachkundige Arbeitnehmer zur Beratung des Themas "Arbeitszeit".

    Parallel hierzu werden Betriebsvereinbarungen anderer Betriebe beschafft, die der Betriebsrat belegschafts-öffentlich vergleicht (Synopse) und  in einer (ggf. mehreren) Betriebsversammlung(en) mit den KollegenInnen diskutiert. In die Diskussion(en) werden die zusammengetragenen Arbeitszeitwünsche der KollegenInnen und ein ggf. vorliegender Entwurf der Geschaftsleitung eingebunden. Das Vergleichen zeigt (auch) auf, welche Ideen berücksichtigt werden müssen, welche Klippen es ggf. zu umschiffen gilt und welche Bandbreite das Thema hat bzw. haben kann.