Arbeitsrecht

    Werkstudentinnen und Werkstudenten im Arbeitsalltag

    Werkstudentinnen und Werkstudenten im Arbeitsalltag

    Bei der msg werden StudentInnen neben dem Studium (ausserhalb ihrer Ausbildungsordnung) in Teilzeitarbeitsverhältnissen als sog. WerkstudentInnen beschäftigt; i. d. R. einschließlich der Semesterferien befristet bis zum Abschluss des Studiums. Dabei verrichten sie nicht nur einfache Aushilfs- oder Vertretungstätigkeiten, sondern sind entsprechend ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten in Abteilungen/Projekten integriert; sie wirken somit am operativen Geschäft mit und übernehmen auch Teilaufgaben selbständig – auch WerkstudentInnen sind wertschöpferisch tätig.

    Einer der wichtigsten Aspekte dabei ist die Tatsache, dass ein reibungsloser Einstieg ins Berufsleben heutzutage oft nur mit fundierten Praxiskenntnissen und einem Mindestmaß an Berufserfahrung möglich ist.

    Während eines Studiums kann es immer wieder vorkommen, dass sich die zeitlichen Anforderungen wandeln, insbesondere während der Vorlesungszeiten. Für WerkstudentInnen und deren Arbeitgeber hat dies oft zur Folge, dass die im Arbeitsvertrag (ursprünglich) vereinbarten Arbeitszeiten nur noch schwierig oder (teilweise) gar nicht eingehalten/gefordert werden können. Um die Bürokratie (z. B. Änderungsvertrag, Einsatzplanung, unbezahlte Freistellungen wenn Urlaub aufgebraucht, etc.) in solchen Fällen möglichst klein zuhalten oder gar auszuschließen, bieten Arbeitsverträge mit Bandbreitenregelungen – Bandbreitenvertrag – im innerbetrieblichen Konsens die flexibelste Lösung. Dadurch können die WerkstudentenInnen nicht nur die Lage und Verteilung der Arbeitszeiten flexibel gestalten, sondern die Dauer der vereinbarten Arbeitszeit selber innerhalb einer festgelegten Spanne (z. B. 0 bis 20 h pro Woche) variabel gestalten.

    Bandbreitenverträge unterliegen ebenso wie konventionelle Teilzeitverträge allen gesetzlichen Regelungen des Arbeitsrechts. Alle Beschäftigten – auch WerkstudentInnen mit einem Bandbreitenvertrag – haben die gleichen unabdingbaren Rechte (z. B. bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, etc.). Des weiteren wird durch den so genannten Gleichbehandlungsgrundsatz des Arbeitsrechts vorgegeben, dass alle Beschäftigten Anspruch auf die gleiche Behandlung haben (z. B. bei Entlohnung (gleiches Geld für gleiche Arbeit), (freiwilligen) Sozialleistungen, vermögenswirksame Leistungen (ggf. anteilig), etc).

    Stellt der Betriebsrat fest, dass WerkstudentInnen unabdingbare Rechte nicht von vornherein zugestanden oder gar vorenthalten werden, dann ist der Betriebsrat verpflichtet (§ 80 BetrVG Abs. 1 Nr. 1) vom Arbeitgeber deren Durchführung einzufordern und notfalls auch durchzusetzen. Gleiches gilt in Bezug auf die Gleichbehandlung.

    Beispiele:

    Werkstudent A arbeitet durchschnittlich 14 Stunden pro Woche. Die betriebsübliche Arbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten beträgt 40 Stunden und  der Urlaubsanspruch beträgt 30 Tage.

    Dem Werkstudenten A steht ein Urlaubsanspruch von 14/40 zu.

    Dem Vollzeitbeschäftigten stehen 40 : 5 x 30 = 240 Urlaubsstunden zu.
    Dem Werkstudenten A stehen 240 x 14 : 40 = 84 Urlaubsstunden zu.

    Dazu siehe auch: Die Minijob-Zentrale

    Weiterführende Quellen: