Arbeitsrecht

    Einladung zum Personalgespräch?

    Einladung zum Personalgespräch?

    Tipps, wenn Beschäftigte zu einem Personalgespräch geladen werden

    Sei es zu einem Fürsorgegespräch, wegen Ihrer Leistung oder möglicher Fehler, wegen einer Versetzung oder aus anderen Gründen.

    Immer wieder laden Vorgesetzte zu einem Personalgespräch ein.

    Dazu sollte man folgendes wissen:

    • Sie haben das Recht darauf, vorher den genauen Grund zu erfahren, um sich auf das Gespräch vorbereiten zu können.
    • Sie sollten auch rechtzeitig, möglichst mehrere Tage vorher, über diesen Termin informiert werden.
    • Es ist nicht empfehlenswert, einen solchen Termin alleine wahrzunehmen. Nehmen Sie deshalb ein Betriebsratsmitglied Ihres Vertrauens mit!
      Das ist Ihr gutes Recht!

    Lassen Sie sich auf keinen Fall durch den Vorgesetzten ein Betriebsratsmitglied vorschreiben! Sie entscheiden!

    Dazu die aktuelle Rechtsprechung: „Der Arbeitgeber kann nicht auf die Teilnahme eines oder mehrer Mitglieder des Betriebsrates bestehen.

    Auch der Betriebsrat darf nicht einfach ein Betriebsratsmitglied dafür beauftragen: „Der BR seinerseits kann nicht beschließen, dass ein von ihm auserwähltes Mitglied diese Aufgabe wahrnimmt.“ Also nur der Beschäftigte hat das Recht ein Betriebsratsmitglied auszuwählen (Individualrecht, informationelle Selbstbestimmung), denn: „Das dient der Unterstützung des ArbN und soll ein etwa vorhandenes Wissens- und Verständnisdefizit ausgleichen. Zugleich steht im Konfliktfall eine Person seines Vertrauens als Zeuge zur Verfügung.

    Entscheiden Sie sich zur Hinzuziehung eines Betriebsratsmitglieds, dann ist es dazu verpflichtet, denn es gehört zu seinen gesetzlichen Aufgaben Sie zu begleiten und  ggf. zu beraten. Suchen Sie sich selbst ein Betriebsratsmitglied aus, das Sie zum Termin begleiten soll.

    • Hat Ihr Wunsch-Betriebsratsmitglied momentan keine Zeit, wird der Termin auf später verschoben.
    • Sind Sie doch einmal alleine in ein Gespräch gegangen, können Sie dieses jederzeit abbgrechen und sich verabschieden. Weisen Sie Ihren Vorgesetzten einfach höflich darauf hin, das Gespräch in Anwesenheit Ihres Betriebsratsvertreters zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.
       

    Exkurs "Mobbing/Bossing von (bestimmten) Betriebsratsmitgliedern":

    Manche Arbeitgeber bzw. dessen Erfüllungsgehilfen – sollen immer wieder – versuchen, die MitarbeiterInnen von der Hinzuziehung bestimmter Betriebsratsmitglieder oder generell davon abzubringen (i.d.R. unterstützt von willfährigen MitarbeiterInnen und Betriebsratsmitgliedern) – beispielsweise durch (mitunter unternehmensweit propagierte) Äußerungen wie:

    • … die Hinzuziehung von einem/diesen Betriebsratsmitglied wird nicht gerne gesehen …
    • … wir brauchen zum Gespräch kein Betriebsratsmitglied …
    • … bist du nicht in der Lage das Gespräch ohne Betriebsratsmitglied zu führen …
    • … was willst du mit einem Betriebsratsmitglied, dass bei der Geschäftsleitung kein Standig hat …
    • … man riskiert seine Reputation, falls man sich mit einem/diesen Betriebsratsmitglied/ern einlässt …

    Jedoch sollte man sich solchen Äußerungen nicht beeindrucken lassen – ganz im Gegenteil. Denn es sind erfahrungsgemäß (An)Zeichen dafür, dass der Arbeitgeber bzw. dessen Erfüllungsgehilfe/n andernfalls die Durchsetzung seiner (Gesprächs)Ziel/e gefährdet sieht.

    Und bei Betriebsratsmitgliedern, die MitarbeiterInnen z. B. als Kompromiss vorgeschlagen werden oder auf Wunsch/Einladung des Arbeitgebers bzw. dessen Erfüllungsgehilfe/n zum Gespräch hinzukommen, ist nicht Auszuschließen, dass sie dem Arbeitgeber bzw. dessen Erfüllungsgehilfe/n bei der Durchsetzung seiner (Gesprächs)Ziel/e zumindest nicht in die Quere kommen oder ihn dabei gar unterstützen.

    Siehe dazu z. B. auch: