Arbeitsrecht

    Wir gratulieren den Beschäftigten der BTC IT Services GmbH

    Wir gratulieren den Beschäftigten der BTC IT Services GmbH

    Herzlichen Glückwunsch allen Kolleginnen und Kollegen in der BTC IT Services GmbH zum erfolgreichen Tarifabschluss!!!

    Die Redaktion

     

    Und für alle im folgenden nocheinmal der Werdegang - über "Kröten" zum "Tarifabschluss" - kurz umrissen und ggf. zur Nachahmung:

    Kröten

    Eine Zukunftsvision: Die Beschäftigten in der IT-Branche verdienen zu wenig. Während ihre Computer schicker, schneller und besser wurden, stagnieren die Gehälter.
     
    Die ITler müssen ihre Gehälter selbst aushandeln und ärgern sich mit „modernen Vergütungsmethoden“ herum. Sie führen Jahresgespräche über ihre Leistungen, treffen Zielvereinbarungen und stehen mit ihren Forderungen nach mehr Gehalt alleine da. So geht es nicht nur Einzelnen, sondern vielen in der Branche. Spezialisten, Techniker, ITler müssen den Arbeitgeber wechseln, wenn sie bessere Arbeits- und Gehaltsbedingungen wollen. In der Regel müssen sie Kröten schlucken, statt Kröten zu verdienen.
     
    Aber muss man das?
     
    Zeitreise zurück in die Gegenwart:
     
    Schon jetzt nehmen viele Beschäftigte in der IT-Branche einen deutlichen Kaufkraftverlust hin. Und es ist nicht abzusehen, dass sich daran freiwillig etwas ändern wird, nur weil der Chef so nett ist.
     
    Die Lösung auf diese Probleme heißt ver.di. Immer häufiger teilen deshalb Betriebsräte auf Betriebsversammlungen mit, dass sie geschlossen bei ver.di eintreten. Man wolle nicht mehr jedes Jahr aufs Neue um eine Gehaltserhöhung betteln, heißt es. Und auch die Kollegen im Unternehmen ziehen nach.
     
    Innerhalb eines Jahres ist ein Drittel der Belegschaft ver.di-Mitglied. Jetzt fordern Gewerkschaftsvertreter den Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen auf. So geschehen bei der BTC IT Services GmbH, einer Tochter der BTC AG im EWE-Konzern.
     
    In Zukunft ziehen hoffentlich mehr ITUnternehmen nach, und die Beschäftigten bekommen mehr Gehalt statt nur Kröten.
     
    Autor: Christoph Heil
     
    [Quelle: Fachbereichs-Magazins "KOMM" (Heft 2/2012 - Seite 3)]

    Das Intermezzo zwischendurch

    Siehe: BTC IT Services GmbH - Tarifinfo 19

    Tarifabschluss
    BTC IT

    Tarifverhandlungen in mittelständischen IT-Unternehmen sind nicht eben Alltag in der Arbeit von Gewerkschaften und Verhandlungskommissionen. Ein Tarifabschluss bei der BTC IT Services GmbH könnte deshalb für andere mittelgroße und große IT-Unternehmen Modellcharakter entfalten.

    Der Abschluss wurde nach 21(!) Verhandlungsrunden erzielt und umfasst neben individuelle Entgelterhöhungen unter anderem auch die Einführung eines Laufbahn und Qualifizierungsmodells mit Richtbeispielen für alle tariflichen Arbeitsbereiche. Die Business Technology Consulting (BTC) ist ein IT-Dienstleister mit Sitz in Oldenburg und beschäftigt mehr als 1700 Mitarbeiter/-innen. Zum Leistungsportfolio der BTC IT gehören Consulting, Systemintegration und Systemmanagement. Die BTC AG ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der EWE AG. Mit dem Einstieg in Tarifverhandlungen betrat die Geschäftsführung der BTC IT Services GmbH (BITS) mitbestimmungsrecht - liches Neuland. Mit den vorliegenden Tarifverträgen konnte die ver.di-Verhandlungskommission passende betriebliche Regelungen für die BITS vereinbaren. Alle tarifgebunden Beschäftigten nehmen an der Tarifsystematik teil. Es wurden ransparente und nachvollziehbare Regelungen vereinbart, die den Beschäftigten Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. Durch prozentuale Entgelterhöhungen und die Entwicklungen in den Entgeltgruppen können über die Laufzeit der Tarifverträge bis zu fünf Entgelt - erhöhungen eintreten.

    Für die Auszubildenden und dualen Student/ -innen konnte neben einer Vergütungserhöhung die unbefristete, ausbildungsgerechte Übernahme in Vollzeit vereinbart werden. Eine von der Arbeitgeberseite ins Spiel gebrachte prozentuale Kürzung der Einstiegsgehälter wurde verhindert.

    Autor: Hanno Harms

    [Quelle: Fachbereichs-Magazins "KOMM" (Heft 6/2013 - Seite 10)]

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