Arbeitsrecht

    Steuerliche Behandlung von Zuschlägen

    Steuerliche Behandlung von Zuschlägen

    für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit

    Ein gewährter Zuschlag für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit zählt innerhalb der Grenzen des § 3b EStG zu den begünstigten Einkünften. Dabei ist es unerheblich, ob der Zuschlag auf Grund einer gesetzlichen, tariflichen, betrieblichen oder individualvertraglichen Grundlage vom Arbeitgeber gezahlt wird.

    Der Umfang der Steuerbefreiung wird mit prozentualen Anteilen vom Bruttogrundgehalt bemessen.

    Zuschlag pro Stunde in % Zeitraum
    25% für Nachtarbeit zwischen 20 Uhr und 24 Uhr sowie zwischen 4 Uhr und 6 Uhr
    40% für Nachtarbeit zwischen 0 Uhr und 4 Uhr (wenn die Arbeit vor 0 Uhr aufgenommen wurde)
    50% für Sonntagsarbeit
    125% für Arbeit an gesetzlichen Feiertagen, sowie am 31. Dezember ab 14 Uhr
    150% für besondere Feiertagsarbeit (24. Dezember ab 14 Uhr, 25. und 26. Dezember und 1. Mai, sowie die Zeit bis 4 Uhr am Folgetag, wenn die Arbeit vor 0 Uhr aufgenommen wurde)

    Die Steuerbefreiung nach § 3b EStG setzt voraus, dass der Zuschlag zusätzlich zum monatlichen Bruttogrundgehalt gezahlt wird und der umgerechnete Stundenlohn (Divisor 173,33 bei 40h-Woche) mit höchstens 50 Euro angesetzt wird. Es ist nicht möglich, ein einheitliches Gehalt nur rechnerisch in Grundlohn und Zuschläge aufzuteilen.

    Zuschläge für Nachtarbeit können mit den Zuschlägen für Sonn- und Feiertagsarbeit aufaddiert werden – das ist zulässig. Zuschläge für Sonntagsarbeit mit den Zuschlägen für Feiertagsarbeit aufzuaufaddieren ist unzulässig - hier gilt der jeweils höhere Zuschlag.

    Ein gesetzlicher Anspruch auch Zuschläge besteht nur auf Nachtarbeit. Ein Anspruch auf weitere Zuschläge kann sich nur aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung, einer betrieblichen Übung oder einem Arbeitsvertrag ergeben. Somit ist ein Nachtzuschlag zu gewähren, sobald ein Sonn- oder Feiertagszuschlag gewährt wird.

    Beispiel: Ein(e) KollegeIn beginnt seine/ihre Schicht am Sonntag, 26. Dezember, um 22.00 Uhr und beendet sie am 27. Dezember um 8.00 Uhr. Der (umgerechnete) Stundenlohn beträgt 20 Euro (Divisor 173,33 bei 40h-Woche). Steuerfreie Zuschläge sind bis zu folgenden Sätzen/Beträgen möglich:

    Arbeitszeiträume der Beispielschicht Zuschlag pro Stunde in % Zuschlag pro Stunde in EURO Dauer in Stunden
    für die Arbeit am 26. Dezember in der Zeit von 22 bis 24 Uhr (150% für Feiertagsarbeit und 25% für Nachtarbeit) 175% 35,-- 2
    für die Arbeit am 27. Dezember in der Zeit von 0 bis 4 Uhr (150% für Feiertagsarbeit und 40% Nachtzuschlag) 190% 38,-- 4
    für die Arbeit am 27. Dezember in der Zeit von 4 bis 6 Uhr und 25% 5,-- 2
    für die Arbeit am 27.Dezember zwischen 6 und 8 Uhr 0% 0,-- 2

    Achtung: Seit 01.07.2006 sind die lohnsteuerfreien Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge in der Sozialversicherung nur noch dann beitragsfrei, wenn sie auf einem Bruttogrundgehalt von nicht mehr als 25 Euro je Stunde basieren. Kommt es zu einem Überschreiten der Grenze von 25 Euro, unterliegt nur der Teil der Beitragspflicht, der auf dem den Bruttogrundgehalt von 25 Euro übersteigenden Betrag beruht.

    Weiterführende Quellen: